Serralunga d’Alba

In Serralunga ist das öffentliche und private Leben seit jeher eng mit dem Wein verknüpft. Dass niemand es wage, unter einer Strafe von fünfundzwanzig Lire, die Reben an den Weinlauben oder in den Weinbergen von Serralunga aus Bosheit abzuschneiden oder abschneiden zu lassen: So lautet es in einem Gesetz aus dem 15. Jahrhundert. Sechs Denare und ebenso viel Bußgeld musste derjenige bezahlen, der beim Stehlen von Trauben ertappt wurde.
Serralunga d’Alba ist ein MALERISCHER Ort aus dem Mittelalter mit etwa 500 Einwohnern und befindet sich auf einem der herrlichen Hügel in der Region der Langhe, mitten im Anbaugebiet des Barolo, in 414 m ü.d.M. Ursprünglich hieß der Ort Serralonga Albensium Pompeianorum, wobei dieser Name seine geographische Lage widerspiegelte: Das Gemeindegebiet besteht in der Tat aus einer 7100 m langen Landzunge, die an der breitesten Stelle 1800 m breit ist, umgeben von Hügelrücken, die dieses Gebiet vor Wind und Sturm schützten. Der Ort wird BEHERRSCHT von seiner imposanten BURG aus dem 14. Jahrhundert, die zwischen 1340 und 1350 von den Marchesen Falletti von Barolo errichtet wurde.
Die Familie Falletti, die im Bankwesen tätig war und deren Vermögen vor allem auf Handel und Wechselgeschäfte beruhte, bekleidete damals eine fundamentale Stellung in politischen und militärischen Angelegenheiten und führte gleichzeitig eine Politik der territorialen Verwurzelung durch, indem sie Schlösser, Burgen und Land erwarb.

Serralunga d’Alba

Da sie einen Bau benötigten, der für die Unterbringung einer kleinen ARMEE geeignet sein sollte, und da die Schlösser, die die Familie in diesem Gebiet bereits besaß, wohl zu Wohnzwecken geeignet waren, aber wenig Schutz boten, war Serralunga eine voraussehbare optimale Lösung, da dieser Ort schon allein dank seiner geographischen Lage einen guten Schutz garantierte. Die Position der Burg sollte außerdem die Übermittlung von Sichtzeichen zu den umliegenden Schlössern ermöglichen. Im Jahr 1340 gelangte Pietrino Falletti in den Besitz des LEHENS von Serralunga des Marchesen von SALUZZO und beauftragte schließlich den Bau der Burg. Man weiß nicht genau, wer das Projekt erstellte und ausführte, ebenso wie es unklar ist, in welchem Jahr genau der Bau vollendet wurde. Die FESTUNG beeindruckt den Betrachter sofort aufgrund ihrer schlanken Linie und der emporstrebenden Architektur der gotischen Bauweise. Zwei Türme kennzeichnen die Burg, die in der Umgebung das einzige Beispiel eines Festungsbaus darstellt. Sie erinnert an die französischen „DONJON“, und in Anbetracht der häufigen Begegnungen zwischen den Fallettis und den Franzosen ist es nicht ausgeschlossen, dass sie von einem französischen Architekten entworfen und errichtet wurde.

Die Festung

Das Mauerwerk der Fassaden besteht aus Sichtsteinen und wird von kleinen Bogenreihen umrundet. Es sind nur sehr wenige ein- oder zweibogige Fenster vorhanden, und dies auch nur im oberen Teil der Burg. Das Eingangstor besteht aus einem einfachen Fallgitter, das nach dem Emporziehen der Zugbrücke von einer Hebelwinde heruntergelassen wurde. Der breite FESTUNGSGRABEN ist heute nicht mehr zu sehen.
Einige Kamine von beachtlichen Ausmaßen und die Holzdecken sind im Inneren der Burg die einzigen Zeugnisse der ursprünglichen Einrichtung. Im Mittelteil befinden sich drei große SÄLE auf drei Stockwerke verteilt, zu denen man über eine Wendeltreppe gelangt, die sich im runden TURM befindet. Von ihrer Entstehung bis heute wurden nur wenig Änderungen an der Burg vorgenommen, die selbst keine großen Schäden erlitt. Das Dach des viereckigen Turmes ist flach und schräg. Durch das ERDBEBEN von 1771 stürzte das ursprüngliche Dach ein, das der Einfachheit halber und aus wirtschaftlichen Gründen so wie es sich heute präsentiert gebaut wurde.
Im Jahr 1616 wurde die Burg eingenommen und später von den Spaniern besetzt.

The Moat

In der modernen Ära

Nach dem zweiten WELTKRIEG bot die „Opera Pia di Barolo“, das von den letzten Nachfolgern der Familie Falletti von Barolo eingerichtete „Fromme Werk“, die Burg zum Verkauf an, die dann vom italienischen Staat erworben wurde, nachdem sie zwischen 1950 und 1958 restauriert und in das Verzeichnis der NATIONALDENKMÄLER dank des damaligen Präsidenten der Republik, Luigi Einaudi, aufgenommen wurde.
Von der Burg aus kann man ein atemberaubendes Panorama bewundern und die urbanistische Struktur des Ortes erkennen, die eine antike Atmosphäre, die woanders nur schwer zu finden ist, widerspiegelt: Das Dorf windet sich mit seinen kleinen Straßen um die Burg herum und bildet zwei Ringe, die es den Bewohnern einst ermöglichten, bei Kriegsausbruch leichter zu fliehen und SCHUTZ zu suchen.

In der modernen Ära

Die Burg erreicht man vom unteren Teil des Ortes durch ein Tor („Porta Alba“, aus der gleichen Zeit der Burg und im Verlauf der Jahrhunderte UNVERÄNDERT erhalten geblieben), das einst zur Stadtmauer gehörte.
Ein Teil dieser Mauer besteht auch heute noch, zusammen mit dem alten Teil des Ortes. Die Kirche hingegen wurde im 17. Jahrhundert im BAROCKSTIL neu gebaut, während es sich bei dem Glockenturm noch um die Originalkonstruktion aus dem 15. Jahrhundert handelt.
Im Inneren der Pfarrkirche, die dem heiligen Sebastiano gewidmet ist, befinden sich Kunstwerke wie die „Madonna mit Kind“ des deutschen Künstlers Kraft Freifing, zwei Gemälde mit den beiden Heiligen Monica und Sebastiano, beide von Kirkmaier aus Turin, sowie ein kostbares BASRELIEF aus Nussbaum mit der Darstellung des Gekreuzigten und der Heiligen Franziskus von Assisi und Bernardino von Siena.

Das Schloss